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Freitag, 18. April 2008, 19:11

Nick Cave

NEWS - Nick Cave: Live-EP zum Downloaden
18.04.2008



Freitag 18. April 2008, 16:39 Uhr --

Hamburg (dpa) - Vor einer Schar auserwählter Fans gab Nick Cave mit den Bad Seeds am 2. März in den legendären Air Studios ein intimes Konzert. Im Rahmen der «Live From London»-Serie wurde daraus eine EP destilliert, die es jetzt exklusiv bei iTunes zum Downloaden gibt.

Die fünf Songs stammen allesamt vom aktuellen Album «Dig, Lazarus Dig!!!». Im Mai kommt Nick Cave dann leibhaftig für zwei Konzerte nach Berlin.

Quelle : Yahoo . de

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Mittwoch, 28. Mai 2008, 17:01

Nick Cave im Tempodrom
Die Hölle bricht los

Er ist gealtert, wirkt ausgemergelt und hochstirnig - und strotzt dennoch vor Kraft. Nick Cave überlässt die Altersmilde anderen und rockt das Tempodrom gemeinsam mit seiner Band "the Bad Seeds".

Irgendjemand sollte mal untersuchen, was Haarausfall mit Rock’n’Roll zu tun hat. Man müsste da wohl drei Kategorien von Künstlern unterscheiden: solche, die gemeinsam mit ihrem Publikum verglatzen (wie die Scorpions); solche, die noch im hohen Alter vollmähnig ein längst enthaartes Publikum bespielen (die Stones); und solche wie den inzwischen 50-jährigen Australier Nick Cave, der seinen rückwärtswandernden Haaransatz auch durch üppig wuchernde Bartexperimente nicht mehr verhehlen kann – während sein Publikum am Mittwoch im Tempodrom auffallend jung und unverglatzt antritt.

Infernalisches Instrumentalgewitter

Ist es dieser Kontrast, der beim Erscheinen der Band auf der Bühne einen klitzekleinen Moment lang die Frage provoziert, ob es dieser merklich gealterte Cave überhaupt noch bringen kann? Zwei Sekunden später bricht die Hölle los, Cave entfacht ohne Luftholen und Anzählen ein infernalisches Instrumentalgewitter, und überganglos ist man mittendrin in der peitschenden Dauerpredigt des Reverend of Rock Nick Cave und seiner höllischen Heerscharen, der Bad Seeds. Hochstirnig zwar und ausgemergelt, aber kraftstrotzend wie je reckt Cave am Bühnenrand den mahnenden Priesterfinger gen Himmel, das Mantra des Eröffnungssongs ein Willkommensgruß an die Gemeinde: Get ready to shield yourself! Er kann’s. Bei Gott, er kann’s noch immer.

Für alle, die gezweifelt haben, schickt Cave den Titelsong des neuen Albums hinterher: „Dig, Lazarus, Dig“, seine Ode an den wiederauferweckten Toten des Johannesevangeliums. „Nehmt den Stein weg!“, lautet dort Christus’ Aufforderung am Grab des Verstorbenen – und die zweifelnde Antwort der Gemeinde mag Cave auch auf sich selbst bezogen haben: „Herr, er riecht aber schon.“ (Joh. 11,39). Dass hier nichts, aber auch gar nichts komisch riecht, dass ein Nick Cave zudem immer noch selbst bestimmt, wann gestorben und wiederauferstanden wird, das schreit er seinem Publikum im Refrain entgegen: I want you to dig yourself, Lazarus / Dig yourself back in that hole!

Schweißnass, aber glutäugig

Mag dieser Lazarus auch eine Figur des Neuen Testaments sein, so ist Cave, nach einer langen Phase der versöhnlicheren Motivsuche in christlichen Gefilden, inzwischen wieder voll und ganz beim alttestamentarischen Zorn seiner Anfangstage angekommen. Eine Entwicklung, die sich mit „Babe, I’m on Fire“, dem furiosen Abschlusssong des Vorgängeralbums, bereits abzeichnete, mit Caves exzessiv lärmwütigem Seitenprojekt Grinderman im vergangenen Jahr vertieft wurde und mit dem neuen Bad-Seeds-Album endgültig Programm ist. Altersmilde sollen andere werden, diktierte Cave denn auch in den vergangenen Monaten so manchem Interviewer in den Block. Ihn selbst packe mit jedem Jahr, das er in diesem ungastlichen Universum zubringen müsse, der heilige Zorn umso inniger.

Auch das schreit Cave beim Auftritt seinem Publikum entgegen, als die Band nach zwei Stunden in die Zugabenverlängerung geht. Den nächsten Song, sagt Cave, widme er allen, denen die Welt ein Rätsel bleibe – „auf dass ihr danach doppelt so verdammt verwirrt seid!“ Wieder lässt Höllenlärm das Tempodrom erzittern, und Cave, die eine Hand an der Orgel, die andere zornig gen Himmel gereckt, erreicht den Höhepunkt seiner Predigt, die Gott im Himmel zur Rechtfertigung seines irdischen Werkes herausfordert: We call upon the author to explain!

So geht das weiter, unfassbare zweieinhalb Stunden lang, die dem Publikum fast mehr physisches Durchhaltevermögen abzufordern scheinen als Cave selbst – der, schweißnass zwar, aber glutäugig bis zum Schluss, das Konzert mit dem Klassiker „The Mercy Seat“ ausklingen lässt. An eye for an eye / A tooth for a tooth / And anyway I told the truth / And I am not afraid to die. Todesangst, wozu? Unter der Erde stinkt die Welt nicht mehr.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 23.05.2008)
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Les Trois Tetons in Oberhausen - ich war dabei

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Dienstag, 24. November 2009, 18:35

Nick Cave: "Ein Konzert ist Folter für mich"

Nick Cave schreibt von Liebe, innerer Leere, Sex und Besessenheit. Einige Frauen verabscheuen seine Fantasien – bei Kylie Minogue ist er sich nicht sicher. Ein Interview.

Tagesspiegel
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Sonntag, 12. September 2010, 16:10

Zitat

Neues Album: Einfach cooler Rock 'n' Roll

Sucht eine musikalische Sprache: Heute erscheint "Grinderman 2" , ein Nischenprojekt des düsteren Musikers und Sängers Nick Cave.

Abendblatt
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Nankering

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Montag, 16. Juli 2018, 18:22

Hab momentan leider kaum Zeit viel zu schreiben (meine Berlin Stones Review steht auch immer noch aus) deshalb nur mal 2 wahllose ausgesuchter Zeitungsreports für Euch.
Im ersten wird da vom "besten Konzert in Berlin" geschrieben - ich habe nicht alle Konzerte in Berlin erlebt und der Schreiberling sicher auch nicht - aber ich kann mich nicht erinnern so etwas intensives jemals erlebt zu haben !
Auf IORR gibts mittlerweile einen Threat namens : is NICK CAVE the best live-performer ?
DEFINTIV JA aus meiner Sichtweise. OK Bruce macht auch sehr viel um sich diesen Titel "für mich" zu verdienen und unser Mister Jagger gibt auch alles vor allem musikalisch/stimmlich, aber was Nick Cave da in Berlin geboten hat dürfte sämtlichen Security Leuten Angstschweiß auf die Stirn getrieben haben von der irren Musik und der fabelhaften Band ganz zu schweigen.
https://www.bz-berlin.de/kultur/musik/ni...en-its-not-dark
https://www.tonspion.de/news/nick-cave-b...der-und-setlist

Klettert der Typ doch tatsächlich über die Absperrungen um sich zwischen den Fans zu einer Kamerainsel zu bewegen, klettert diese dann hinauf um von da zu singen. Am Ende des Gigs holte er ca. 50 Fans auf die Bühne um gemeinsam mit ihnen zu singen, tanzen usw. - EIN WAHNSINN.
Wir standen ziemlich exakt an der Stelle wie zu den Stones 2014 (8 Reihe vom Bühnenrand mehr links zw. Bühne und Kamerainsel) Als die Front Row Fans über die Absperrungen auf die Bühne kletterten war ich ca. 4. Reihe ab "Stagger Lee"
Ein Denkwürdiger Abend in Berlin den ich nie vergessen werde und der vielleicht mein intensivster Konzertabend außerhalb der Stones war .... oder doch einschließlich Stones ...... :think
Nunja dafür fehlt mir wohl zuviel Fanbasis, ich hab keine CD von Ihm (ändert sich) und über YouTube kommt die Stimmung und Intensität kaum recht rüber, die Songs sind stellenweise auch schon sehr düster usw. ......aber LIVE ist NICK CAVE für mich ab Samstag das Mass der Dinge eines Performers :!:

Setlist
01-Jesus Alone
02-Magneto
03-Do You Love Me?
04-From Her to Eternity
05-Loverman
06-Red Right Hand
07-The Ship Song
08-Into My Arms
09-Shoot Me Down
10-Girl in Amber
11-Distant Sky
12-Tupelo
13-Jubilee Street
14-The Weeping Song
15-Stagger Lee
16-Push the Sky Away
Encore:
17-City of Refuge
18-Rings of Saturn

19,30 - 20 Uhr Support : Nadine Shah & Band
20,30 - 22,43 Uhr Nick Cave & The Bad Seeds

Als Beispiele mal "Wheeping Song" und "Loverman"
Im 2. Video sieht man mich rechts unten mitwippen und knipsen (u.a. bei ca. 0,56 sec.) - gegen das LIVE Erlebnis ist der Sound dieses Videos allerdings mehr als erbärmlich....



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zac

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Dienstag, 17. Juli 2018, 08:33

Vielen Dank für den Bericht. Seit 1989 liebe ich Cave Musik, er gehört zu meinen Liebligsmusiker, und habe fast Alles, was er veröffentlicht hat.
Ich habe ihn und die Bad Seeds im Laufe der Jahre (1992 bis 2013) viermal live erlebt und kann nur zustimmen: wenn nicht der Beste Performer, sicher ist er in der Top Five :)
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Mrs M

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Dienstag, 17. Juli 2018, 11:33

Ich habe zwei Songs mitverfolgt, die er in Montreux brachte. Ein Bekannter hat das auf FB live übertragen. Habe ich fasziniert zugeschaut. Schon sehr eindrücklich. Konnte nicht aufhören, hätte keine Sekunde verpassen wollen. Das war letzten Donnerstag. Ich wusste gar nicht, dass der so rüberkommt. Ist tatsächlich ein sehr guter Live Performer. Allerdings ist das auch immer Geschmackssache. Prince war für mich der beste Solo Performer (also in dem Sinne). Aber der war komplett anders. Mit Bruce kann ich gar nichts anfangen, weil mich die Musik kaum interessiert. Aber ich habe Respekt. Und mit Mick kann man das auch nicht vergleichen. Es ist ganz schwierig, weil für mich bei den Stones es die ganze Band ist und nicht nur Mick. Einer, der für mich voll ins Herz getroffen hat, war George Michael. Der konnte zwar eigentlich gar nicht gut performen, die Stimme aber war besser als auf den Alben, aber vor allem spürte man eine unglaubliche Herzlichkeit. Das kann man nicht beschreiben. Ihr mögt mich für verrückt erklären. Aber das kam direkt rüber in mein Herz. Dann gibts noch richtige Rampensäue, wie z.B. die Band Airbourne. Dann solches wie Rammstein, der Lindemann ist unglaublich faszinierend. Aber das alles kann man einfach nicht miteinander vergleichen.

Aber Nick Cave gehört für mich jetzt auch dazu. Da reichten 2 Songs.

Herzlichen Dank für den ausführlichen Bericht Nankering.

Mrs M

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Dienstag, 17. Juli 2018, 13:12

Oh hab grad auf IORR gelesen. Der Bekannte von mir, der in Montreux gefilmt hat, ist auch Derjenige der den thread auf IORR eröffnet hat. Die Welt ist kleiiiiiin. ;)

Nankering

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Dienstag, 17. Juli 2018, 15:15

Ja klar das kann man wirklich kaum vergleichen, wollte ich in meinem Posting auch nicht so verstanden wissen.
Zudem meinte ich "noch lebende" Performer ........ ansonsten hätte unbedingt auch Freddie Mercury dazugehört !
Ich muß zu meiner Schande gestehen das ich mich nie so sehr mit der Musik und der Präsenz von Nick Cave auf Konzerten beschäftigt habe. Habe zwar etliche Datein auf dem PC die ich mehrfach gehört habe, aber ähnlich wie bei Dir bei MrsM bei George Michael haben mich die Studiosongs nie so richtig gefangen.
Was dann aber auf dem Gig am Samstag abging war dagegen eine völlig andere Dimension. :!:
Wäre das Berlin Konzert früher gewesen hätte ich mich wohl noch um ein weiteres passendes Konzert im Ausland für mich bemüht um das zu wiederholen.
Heute spielt er in Lucca (wie gern würde ich das dort erleben-ist dienstlich unmöglich) danach ist er quasi schon in Amerika (von ein paar Gigs in Russland und Umgebung abgesehen)

Vielleicht begründet sich meine Euphorie auch nur durch dieses "erste Mal" und weitere Gigs würden das Erlebte etwas relativieren - kann ich mir aber fast nicht vorstellen, wenns einen packt dann meist richtig. :thumbup:
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