Date of registration: Mar 14th 2007
Rolling Stones Fan seit: 1965
Lieblings Rolling Stones Album: Exile On Main Street + Brussels Affair
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Quoted
„Tatsache ist, dass noch niemals ein Kampf weniger abgesprochen war als dieser.“
– Muhammad Ali: Der Größte. Meine Geschichte. S. 123.
Film- und Fotoaufnahmen bewiesen im Nachhinein eindeutig, dass Liston von Ali tatsächlich getroffen wurde. Unklar blieb allerdings, wie hart. Deutlich zu sehen ist die entspannte Muskulatur von Listons Körper während des Sturzes, die eine Bewusstlosigkeit zu diesem Zeitpunkt vermuten lässt. Liston erklärte später allerdings, dass er vom Schlag Alis zwar überrascht jedoch nicht bewusstlos war und nur deshalb nicht sofort wieder aufstand, da er fürchtete, von dem direkt über ihm (anstatt in der neutralen Ecke) stehenden Ali erneut getroffen zu werden. Auch hätte er vergeblich auf das Anzählen des Referees gewartet.
In dem Augenblick, als Ali wütend und schreiend über dem liegenden Liston steht, entstand eines der bekanntesten Fotos von Ali, geschossen von Neil Leifer.[6] Dieses Foto (eigentlich ein Farbbild, aber als Schwarzweißbild berühmt geworden), nannte sein Biograph David Remnick später „Ali wild und schön (…), vielleicht (…) das nachhaltigste Bild Alis im Kampf überhaupt.“[5]
Karrierehöhepunkt und Titelverlust (1967) [Bearbeiten]
Mitte der 60er Jahre war Ali auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Er traf die Beatles und Elvis Presley und verteidigte seinen Titel unter anderem gegen Ex-Weltmeister Floyd Patterson und dann im Frankfurter Waldstadion gegen den deutschen Europameister Karl Mildenberger (Mildenberger machte ihm einige Probleme; er kam bis in die 12. Runde, woraufhin Ali im Anschluss sagte, nie wieder gegen Mildenberger boxen zu wollen), ferner gegen George Chuvalo, Henry Cooper, Brian London, Cleveland Williams, Ernie Terrell und Zora Folley.
Ali war äußerst flink, dazu provozierte er oft den Gegner, indem er die Hände neben den Hüften hängen ließ, anstatt sich zu decken. Seine Beine waren jedoch so schnell und die Hüfte so beweglich, dass er fast jeden Schlag auspendeln konnte. Tatsächlich bekam er kaum Treffer an den Kopf, kokettierte mit seinem Aussehen und prahlte, dass er nach „vielen Kämpfen immer noch so hübsch wie ein Mädchen“ sei. Mit einer rasanten tänzerischen Beinkombination namens „Ali Shuffle“ verblüffte er Gegner und Publikum. Gelegentlich ließ er sich demonstrativ mehrmals hintereinander in die durchtrainierte Seite des Körpers schlagen, ohne dass dies erkennbare Wirkungen zeigte – abgesehen davon, dass der Gegner demoralisiert wurde.[3]
Im April 1967 wurde Ali der Titel aberkannt, nachdem er sich geweigert hatte, den Wehrdienst anzutreten. Als ausschlaggebend für seine Entscheidung nannte er zum einen seinen Glauben, sprach aber zum anderen auch die Frage der fehlenden Gleichberechtigung der Afroamerikaner an („Nein, ich werde nicht 10.000 Meilen von zu Hause entfernt helfen, eine andere arme Nation zu ermorden und niederzubrennen, nur um die Vorherrschaft weißer Sklavenherren über die dunkleren Völker der Welt sichern zu helfen.“).[7] Das bekannte Zitat „Kein Vietcong nannte mich jemals Nigger“ wurde ihm jedoch fälschlicherweise zugeschrieben. Ali wurde wegen Wehrdienstverweigerung zu fünf Jahren Gefängnis und 10.000 US-Dollar Strafe verurteilt, blieb aber gegen Kaution auf freiem Fuß. Später wurde das Urteil aufgehoben, aber er erhielt keine Boxlizenz. Sein Reisepass wurde eingezogen und er musste drei Jahre inaktiv bleiben. In dieser Zeit trat er viel im Fernsehen auf und äußerte sich dort zu gesellschaftspolitischen Fragen. Finanzielle Probleme konnte er dank der Gagen für Fernsehauftritte und Reden in öffentlichen Einrichtungen, wie zum Beispiel Universitäten, überbrücken.
Comeback (1970–1974) [Bearbeiten]
Erst 1970 durfte Ali wieder in den Ring steigen. Nach Siegen in zwei Aufbaukämpfen stellte er sich Joe Frazier, dem inzwischen allgemein anerkannten und unbesiegten Weltmeister. Da sich somit erstmals in der Geschichte des Boxsports zwei ungeschlagene Schwergewichtsweltmeister gegenüberstanden, wurde der Kampf bald als „Fight of the Century“ (Boxkampf des Jahrhunderts) bezeichnet und auch entsprechend vermarktet. Das Interesse dafür reichte weit über den Kreis der Boxsportfans hinaus, da die beiden Kontrahenten verschiedene kulturelle Strömungen repräsentierten. Während Ali mit seinem teilweise provozierenden Auftreten, seinem Engagement gegen den Vietnamkrieg und seinem Eintreten für die Emanzipation der Afroamerikaner zu einem Symbol der amerikanischen Gegenkultur geworden war, wurde Frazier von Teilen der amerikanischen Weißen als „guter Neger“ angesehen und deshalb von Ali auch als „Onkel Tom“ verspottet. Dies löste bei Frazier eine tiefe, weit über den Kampf hinausgehende Verbitterung aus.
Sportlich wurde der Kampf, der am 8. März 1971 im New Yorker Madison Square Garden stattfand, den hohen Erwartungen gerecht. Zwar konnte Ali in der Anfangsphase mehr Schläge anbringen und dabei von seiner überlegenen Reichweite sowie dem langsamen Start Fraziers profitieren, mit zunehmender Kampfdauer verfestigte sich jedoch der Eindruck, dass Fraziers Schläge die größere Wirkung erzielten, vor allem wenn es ihm gelang, Ali in die Seile zu drängen, was immer öfter geschah. In der elften Runde schien Ali einem Niederschlag nahe, wenngleich er dies durch Clownereien zu überspielen versuchte. Von da an baute Frazier – obwohl auch selbst schwer gezeichnet – seinen Punktevorsprung so weit aus, dass Ali in der 15. Runde einen K. o. zum Sieg benötigt hätte. Stattdessen musste er selbst nach einem linken Haken Fraziers zu Boden. Zwar konnte er sich noch über die Zeit retten, am eindeutigen Punktesieg Fraziers bestand jedoch spätestens ab diesem Zeitpunkt kein Zweifel mehr.
Ali war nun gezwungen, wieder von vorne anzufangen und sich das Recht auf einen neuen WM-Kampf zu verdienen, indem er alle anderen potentiellen Gegner des Weltmeisters schlug. Nach zehn Siegen in Folge musste er dabei im März 1973 im Kampf gegen Ken Norton eine zweite Punkteniederlage hinnehmen. Er erlitt sogar einen Kieferbruch, wie sich im Nachhinein herausstellte. Aber Ali kämpfte weiter, insbesondere in und mit den Medien, indem er seine von früher bekannte Sprücheklopferei fast zur psychologischen Kriegführung ausbaute. So riefen er und sein Betreuer Drew „Bundini“ Brown vor Kämpfen gemeinsam den Wahlspruch „Float like a butterfly, sting like a bee“ („Schwebe wie ein Schmetterling, stich wie eine Biene“), der Alis früheren Kampfstil verdeutlichte.
Noch im September 1973 kam es zur Revanche zwischen Ali und Norton. Auch diesmal kämpfte Norton sehr aggressiv und bereitete Ali bis zum Schluss enorme Schwierigkeiten. Doch Ali gelang es in den letzten beiden Runden, dem müde gewordenen Norton mit gezielten Rechts-Links-Kombinationen zuzusetzen. In einer hauchdünnen und umstrittenen Split Decision entschieden zwei der drei Punktrichter zugunsten von Ali. Im Januar 1974 gewann Ali den wichtigen Rückkampf gegen den inzwischen entthronten Joe Frazier. Diesmal stimmten die Punktrichter knapp aber einstimmig für Ali. Der Kampf hatte zwar bei weitem nicht die Klasse desjenigen von 1971, er machte aber den Weg frei für die Herausforderung des amtierenden Weltmeisters Foreman.