Das war sein stäkstes Rennen seit jahren, außerdem ist er damit allen Kritkern kräftig über's Maul gefahren!
Formel 1
Alonso rettet sich vor Schumacher ins Ziel
24. April 2005 24. April 2005 Mit einer furiosen Aufholjagd hat Michael Schumacher beim Ferrari-Heimspiel in Imola seine kleine Chance auf den achten WM-Titel gewahrt. Durch eine verpatzten Qualifikation zum Großen Preis von San Marino verschenkte der Rekord-Weltmeister zwar seinen ersten Saison-Sieg, doch mit Platz zwei hinter WM-Spitzenreiter Fernando Alonso begrenzte der von Platz 13 gestartete Rekord-Weltmeister den Schaden
(Ergebnisse Formel 1).
„Ich bin einerseits zufrieden, andererseits enttäuscht. Wenn ich diesen Fehler in der Qualifikation nicht gemacht hätte, dann wäre es ein perfekter Tag gewesen. Das war ein besonders übler Fehler”, ärgerte sich Schumacher. Dennoch blickte er optimistisch in die Zukunft. „Das war der erste Schritt in die richtige Richtung und die richtige Motivationsspritze. Wir sind wieder voll im WM-Rennen dabei.”
Ein Rennen, das Geschichte machen wird
Es war sein dritter Streich - Alonso zeigt es an
Mit dem Rücken zur Wand zog Schumacher alle Register seiner Fahrkunst. „Ich habe schon viele Grand Prix' auf dem Buckel, aber das war eines der tollsten Rennen”, freute er sich. Schumacher dankte seinem Team für die harte Arbeit der letzten Wochen am neuen „F2005”. Der Kerpener liegt in der Fahrerwertung nach dem vierten Saisonrennen aber noch 26 Punkte hinter Alonso (Fernando Alonso: Heißer Kandidat für WM-Titel und Ferrari).
Nach dem 1:27,41,921 Stunden dauernden Rennen über 62 Runden, das als Klassiker in die Formel-1-Geschichte eingehen wird, lag Alonso im Autodromo Enzo e Dino Ferrari 0,2 Sekunden vor Schumacher und war 10,3 Sekunden schneller als der Brite Jenson Button im BAR-Honda.
Strafe für Ralf Schumacher
Abkühlung nach einem heißen Zweikampf: Schumacher (l.) und Alonso
„Das war eines der härtesten Duelle, die ich je erlebt habe”, sagte der überglückliche Sieger und gab einen Einblick in seine Mentalität, die der von Schumacher gleicht: „Mit dem zweiten Rang wollte ich mich nicht zufrieden geben, deshalb mußte ich Michael in Schach halten.” Mit einem Vorsprung von 18 Punkten in der Fahrerwertung auf den in Imola siebtplazierten Jarno Trulli (Italien) im Toyota fährt Alonso nun zu seinem Heim-Rennen am 8. Mai in Barcelona.
Mit zehn Zählern punktgleich mit dem drittplazierten Italiener Giancarlo Fisichella (Renault) hat Michael Schumacher einen großen Sprung nach vorne gemacht. Toyota-Pilot Ralf Schumacher (9) ist Fünfter; er beendete den Europa-Auftakt zunächst als Achter in den Punkterängen. Doch die Rennkommissare brummten ihm nach dem Rennen eine 25-Sekunden-Zeitstrafe auf, da er beim Boxenstopp Nick Heidfeld im BMW-Williams behindert haben soll. Ralf Schumacher rutschte deshalb auf Platz elf ab, während Heidfeld sich als Achter über einen WM-Punkt freuen durfte.
Meldete sich zurück: Michael Schumacher
In Imola beendete Alonso die stolze Serie der Schumacher-Brüder: Erstmals seit 1999 kam der Sieger des Europa-Auftakts damit nicht aus Kerpen. Nach fünf Erfolgen von Michael und dem ersten Grand-Prix-Sieg von dessen Bruder Ralf im Jahr 2001 zeigte Alonso wieder eine Leistung ohne Fehl und Tadel. Doch wie schnell es in der Formel 1 abwärts gehen kann, zeigt sich am Beispiel seines Teamkollegen Giancarlo Fisichella. Der Italiener, stolzer Sieger noch beim Auftakt in Melbourne, rutschte bereits in Runde sechs von der Strecke und blieb zum dritten Mal hintereinander ohne WM-Punkte.
Schumacher kam zunächst durch Ausfälle nach vorne. Auch sein Teamkollege Rubens Barrichello mußte seinen Wagen mit einem Defekt abstellen. Vor allem die Boxenstopp-Strategie spielte dann die entscheidende Rolle. Mit seinem Ausrutscher ins Kiesbett in der zweiten Qualifikation vier Stunden vor dem Rennen hatte Schumacher all seine Siegchancen eingebüßt. Der Ferrari-Pilot, am Vortag noch auf Rang drei gefahren, geriet in der Rivazza-Kurve von der Strecke. „Das hat klarerweise Zeit gekostet”, gab er zu. Der Mitfavorit startete somit lediglich aus Reihe sieben.
Furiose Aufholjagd
Kurzer Ausflug Schumachers ins Kiesbett
Mit vollem Tank begann der 36jährige seine Aufholjagd, kam als letzter der Top-Piloten zum Tanken und schob sich so bis auf Platz drei vor. Schumacher demonstrierte sein Ausnahmekönnen in unnachahmlicher Manier und die Fans auf den nicht besonders gut gefüllten Tribünen jubelten ihrem Liebling zu. Nach seinem Boxenstopp in der 35. Runde machte er zwei Sekunden pro Umlauf gut und halbierte innerhalb von zehn Runden seinen Rückstand auf Alonso. „Wir hatten Probleme mit dem Motor und konnten nicht voll drehen”, sagte der Spanier. Am Ende lieferten sich Schumacher und Alonso auf der 4,933 Kilometer langen Rennstrecke ein hochdramatisches Rad-an-Rad-Duell, aber Alonso behielt die Nerven.
Doch zunächst gab der von der Pole Position gestartete Räikkönen den Ton an - aber nur neun Runden lang. Der Finne verteidigte beim Start seine Position souverän vor Alonso und dem überraschend starken Briten Button, ehe er seinen Silberpfeil nach Problemen mit der Antriebswelle in die Box lenken mußte. „Ein Jammer für Kimi. Er war schneller als Alonso”, klagte Mercedes Motorsportchef Norbert Haug.
Vorläufiges Endergebnis, Grand Prix von San Marino (62 Runden á 4,933 Kilometer/305,609 Kilometer):
1. Fernando Alonso (Spanien) Renault 1:27:41,921 Std. (Schnitt: 209,043 Kilometern pro Stunde); 2. Michael Schumacher (Kerpen) Ferrari + 0,215 Sek.; 3. Jenson Button (Großbritannien) BAR-Honda + 10,481; 4. Alexander Wurz (Österreich) McLaren-Mercedes + 27,554; 5. Takuma Sato (Japan) BAR-Honda + 34,783; 6. Jacques Villeneuve (Kanada) Sauber-Petronas + 1:04,442 Min.; 7. Jarno Trulli (Italien) Toyota + 1:10,258; 8. Ralf Schumacher (Kerpen) Toyota + 1:10,841; 9. Nick Heidfeld (Mönchengladbach) BMW-Williams + 1:11,282; 10. Mark Webber (Australien) BMW-Williams + 1:23,297; 11. Vitantonio Liuzzi (Italien) Red Bull Racing + 1:23,764; 12. Felipe Massa (Brasilien) Sauber-Petronas + 1 Runde; 13. David Coulthard (Großbritannien) Red Bull Racing + 1 Runde; 14. Narain Karthikeyan (Indien) Jordan + 1 Runde; 15. Tiago Monteiro (Portugal) Jordan + 2 Runden
Ausfälle: Giancarlo Fisichella (Italien) Renault (5. Runde); Patrick Friesacher (Österreich) Minardi (9. Runde); Kimi Räikkönen (Finnland) McLaren-Mercedes (9. Runde); Rubens Barrichello (Brasilien) Ferrari (18. Runde); Christijan Albers (Niederlande) Minardi (24. Runde)
Schnellste Rennrunde: Michael Schumacher (Ferrari) 1:21,858 Min.
Trainingsschnellster: Kimi Räikkönen (McLaren