Die akustische DNA der Stones

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    ..... diverse Bands haben Lösungen entwickelt: AC/DC mit einer klaren Aufteilung zwischen Angus und Malcolm, ebenso Perry und Whitford bei Aerosmith. Thin Lizzy und Iron Maiden sind nach wie vor Idealtypen der Doppel-Lead-Besetzung. Dabei ist allen gemein, dass man immer hören kann, wer was spielt.


    Gänzlich anders verhält sich dies bei den Rolling Stones. Kaum ein Gespann konnte je seine Gitarrenspuren so verweben wie Keith Richards mit seinen Kumpanen Brian Jones, Mick Taylor und Ron Wood. Da tänzeln die Licks und Akkorde von links nach rechts. Heute spielt Keith das Solo, morgen Ronnie – der Versuch, herauszufinden, wer was spielt, war und ist zum Scheitern verurteilt. Und immer dabei: die akustische Gitarre.


    Wer jetzt Lust bekommen hat, sich mit der akustischen Seite der Stones zu beschäftigen, dem sei unser Workshop zum Thema Keith und Co. wärmstens empfohlen.


    Soweit kann ich dem voll zustimmen, muss da aba noch bisi was ergänzen .....
    DEN verwebten Sound haben die Stones nicht erfunden - sie haben ihn jedoch PERFEKTIONIERT ;)
    ..... und zwar in der Jones - Stones - Zeit !
    Niemand bis heute hat das in der Band je wieder so hingebracht, wie die Herren Jones / Richards damals.
    Natürlich unter dem Aspekt gesehen, dass die Rolling Stones eine R & B - Band sind - heute noch sein wollen !?
    Taylor war zu sehr perfekter Solo - Künstler, als dies jemals hätte klappen können.
    Ronnie hat man unterschätzt vielleicht anfangs - heute kann / darf er mehr - und wird immer besser !


    Hier mal ein paar Sound - Beispiele der " Daddys " - beides Tracks mit Chuck Berry / Bo Diddley im Duett :)


    https://www.youtube.com/watch?v=XCcD0DvpY2I


    https://www.youtube.com/watch?v=XADFOuvoq6w


    Dazu Kommentare von YT - Usern:


    Quote

    Tucsonpaint
    Stones listened to them.
    Chris Ingham
    They sound like they've been listening to alot of Stones
    koombaloomba
    Artists: Chuck Berry(R headphone) and Bo Diddley(L headphone)! 

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    ( Wolfgang Neuss )

  • ich weiss nich.... aber diese verklärte Zeit um Brian Jones ist mir zu sehr verklärt.
    Für mich war das Gitarrenspiel zwischen Mick Taylor und Keith etwas ganz klassisches für den Anfang der Siebziger Jahre. Das hätte Brian einfach nie so hingekriegt. Sorry, man soll nicht über Tote lästern, aber ich glaube er wäre mit dem Umstand der Veränderung des Gitarrenspiels nicht klar gekommen. Die Stones wären eine Bänd irgendwo zwischen Nazareth und Manfred Mans Earthband geblieben.
    Deshalb war es auch notwendig dass Ronnie mit ins Spiel kam. Er brachte eine neue Aera in die Stones. Und auch wenn er vielleicht nicht die Soli von Taylor spielen kann, ist er der beste Alrounder für die Stones und deshalb ist er auch heute noch dabei.
    Die Beatles gingen einen anderen Weg: Sie lösten sich auf, weil da für sie nichts mehr zu machen war. Man kann da über die persönlichen Querelen uneins sind.
    Die Stones haben das trotzdem geschafft und blieben bis heute die beste RockandRoll Bigband die es gibt oder gab.

    - Keiner kommt hier lebend raus -

  • Stimme dir zu Thumb59. Das war ne andere Phase, anderer Sound. Der hat sich nach Brian merklich verändert. Klar hatte er viele künstlerische Einfälle. Keine Frage.


    Ein bisschen zu "künstlerisch" affektiert (bierernst) dünkte er mich aber auch. So gewisse TV Aufnahmen zeigen das sehr gut. Geht fast in ne peinliche Richtung (heut so zu sehen, damals empfand man das wohl als cooool). Wie er da so steht und so selbstverliebt irgendeine Rassel (oder was das war) schwenkt. Ui bin gemein. Mick hat das auch, nur meist mit Ironie dabei. Fehlt sie, ist es auch da bemühend oder gar mechanisch (obwohl ich bei Mick schon gar Unsicherheit entdeckte, bei Brian jedoch nie)
    Und die Songschreiber waren nun mal Andere, Keith und Mick. Und mir kann man nicht erzählen, dass er da immer mitgeschrieben hat (so quasi), denn erstens kamen danach genialste Sachen, zweitens war Brian m.E. zu sehr mit sich beschäftigt (Drogen, Ego, etc). Das ging wohl nimmer mit ner Gruppe.


    Für mich war Brian nur in den Anfängen der besten Phase der Stones dabei. Bei meinen Lieblingsalben war er nicht dabei. Die machen für mich den Sound aus. Es ist für mich vorher ne andere Musik. Könnt man sagen. Nicht so ganz meine. Aber ich lieb sie auch. Mick Taylor war wohl ein Segen. Der wurde auch ausgelaugt. Aber Brian hat sich eher ganz von selber ausgelaugt.


    Und Charlie mit seinem doch ungewöhnlichen Spiel hat wohl einen grösseren Anteil am typischen Sound, als man so denkt. Ist meine Meinung. Der Soundteppich..

  • Ihr habt wohl beide recht mit euren Texten, Thumb und Marianne.
    Das Thema wollte ich aber an und für sich gar nicht neu aufmachen.


    Das Brian kein guter Songwriter - aber eine gute Rythmusmaschine war - ist unbestritten.
    Man könnte jetzt drei Seiten darüber schreiben warum und wieso - brauchen wir glaub nich .... wir verstehen uns auch so ;)


    Die Rolling Stones gibt´s jetzt seit 1963 - hätten sie sich nicht kontinuierlich weiterentwickelt - naja....spätestens
    1973 wär Schluss gewesen !
    Jeder war zu seiner Zeit gut - und unbedingt notwendig, um das zu schaffen, was bis heute Bestand hat.


    Mir geht es lediglich um die Roots - und wenn schon von musikalischer DNA getextet wird, kann ich mir das nicht verkneifen.
    Brian hat Bo Diddley gespielt & Keith Chuck Berry - zumindest in den Anfangsjahren.
    Das Brian später mit den Mainstream - Sachen nich mehr klarkam, ist nicht verwunderlich.


    Aber > So wie es war - und kam, war es gut ..... sonst gäbe es die Band - genau wie die Beatles heute nicht mehr !


    Die Rolling Stones haben den Kunstgriff geschafft, sich immer iwie der Zeit gerecht
    anzupassen - ohne dabei ihre " Roots " zu verlieren :)

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    ( Wolfgang Neuss )

  • Mit Deinem letzten Satz hast Du den Nagel ja so auf den Kopf getroffen, MainOffender ! Letztlich macht genau das den 55-jährigen Erfolg der Stones aus. Und daß sie ihre "Roots" noch richtig drauf haben, haben sie mit
    "Blue & Lonesome" mehr als eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Weiter ist es richtig, daß jegliche Diskussion darüber, ob die Stones ihre beste Phase in der Jones-Ära bzw. in der Taylor-Ära hatten, einfach nur noch ausgelutscht ist.
    Ich gehöre der Taylor-Fraktion an, vergesse aber auch nicht, daß die Stones auch mit Wood noch Klassiker fabriziert haben, die sich wohl jedem Stones-Fan ins Hirn gebrannt haben wie z.B. Beast of Burden, Faraway Eyes, Miss you, Start me up, Always hear you sigh,...Welch phantastischer Gitarrist Keith aber auch ohne Jones/Taylor/Wood ist, sollte man aber auch nicht vergessen, wenn man bedenkt, daß er praktisch alle wesentlichen Gitarrenparts auf "Let it Bleed" alleine gespielt hat (Taylor spielt nur auf "Country Honk" und "Live with me" mit) und mit seinen Partnern Mandel/Perkins die musikalisch erstklassige "Black and Blue" hingelegt hat; Wood spielt auf diesem Album nur auf drei Stücken mit.