1969 - Rolling Stones - Gimme Shelter

  • GIMME SHELTER (1969) (1970/2000)



    GIMME SHELTER
    USA 1970 / 2000
    Länge 95 Min., Format 35 mm, 1:1.66, Farbe
    Neue, unzensierte Fassung mit Dolby Digital Sound



    Dokumentarfilm mit den Rolling Stones:
    Mick Jagger, Keith Richards, Mick Taylor, Charlie Watts, Bill Wyman
    sowie Marty Balin, Melvin Belli, Dick Carter, Sam Cutler,
    Jerry Garcia, John Jaymes, Paul Kantner, Michael Lang,
    Phil Lesh, Ron Schneider, Grace Slick, Tina Turner, Bob Weir


    Ende 1969 begleiteten die Maysles die Rolling Stones auf einer US-Tournee. Die Pioniere des Direct Cinema filmten die Band unter anderem bei Studioaufnahmen, im Madison Square Garden und folgten ihnen anschließend zu einem Festival, dessen Name bis heute unvergessen ist: Altamont.

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  • Gimme Shelter


    Während eines Konzerts der Rolling Stones in Altamont 1969 wird ein junger Schwarzer von den als Ordner engagierten "Hell's Angels" unmittelbar vor der Bühne ermordet. Die Stimmung in Altamont war aufgeheizt und weder Freundschaftsgefühle noch Verbundenheit fand man unter den Gästen des Konzerts, das in einem mörderischen Desaster endete. Die Stones erleben diese dramatischen Momente noch einmal am Schneidetisch mit.


    Die Rolling Stones, "die 'bad boys' der Rockmusik und zugleich deren Inkarnation, schlicht eine der perfekteste Rockband der Welt", hatten sich 1962 von Alexis Korner's "Blues lncorporation" abgespaltet. Erst 1965 fanden sie endgültig zu ihrem eigenen Stil, der sich unter anderem in den Jagger- Richards-Kompositionen "The last time", "Satisfaction" oder "Get off of my cloud" manifestierte und ihr Publikum zu hysterischer Begeisterung anstachelte, der mehr als einmal das Mobiliar zum Opfer fiel.


    1969 brachen die Stones - Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts, Mick Taylor und Bill Wyman - zu ihrer ersten Amerika-Tournee auf. Sie wurde zu einem Triumph ohnegleichen, brachte ihnen - nach den Angaben des Rock-Lexikons -,,bei 7,23 Millionen Mark Einnahmen eine Gage von 4,1 Millionen" ein. Doch die Tour barg auch ein großes Desaster in sich. Am 6. Dezember 1969, dem "vielleicht schlimmsten Tag in der ganzen Geschichte des Rock 'n' Roll, kam es während des Konzerts zum Mord an einem Fan.


    Der Traum vom schönen und friedlichen "We can be together", die farbenprächtige, unbeschreiblich dichte und weite Freundschafts- und Entrückungsszene auf Wiesen unter freiem Himmel - das endete bald in einer Wirklichkeit, die ein Mädchen dem Kolumnisten Ralph J. Gleason so beschrieb:,,Es gab keine Liebe, keine Freude in Altamont. Es waren nicht nur die Angels. Es war einfach jeder. In diesen 24 Stunden brachten wir in einer geschlossenen Zone alle Probleme unserer Gesellschaft zum Vorschein - Übervölkerung, Gewalt, Entmenschlichung" (Die Zeit, 17. April 1970).


    Der Mord an einem jungen Schwarzen, begangen direkt vor den Augen der Band durch ein Mitglied der Rockerbande,,Hell's Angels", die von einer Organisation als Ordner eingesetzt worden waren, und die verzweifelten Versuche Jaggers, der entfesselten Gewalt Herr zu werden, stehen am Ende dieser eindringlichen Dokumentation.


    Das Desaster von Altamont bestimmt den gesamten Aufbau der Dokumentation, denn immer wieder unterschneiden die Filmemacherin Charlotte Zwerin und die Brüder David und Albert Maysles, zwei der Urväter des "Cinéma Vérité", die Szenen von den Live-Auftritten, Pressekonferenzen, Impressionen von der Reise, Aufnahmen aus Hotelzimmern und Garderoben, Szenen hinter der Bühne und vom Aufbau der gigantischen Konzertmaschinerie mit Bildern von den Stones. Die Rolling Stones beobachten und kommentieren das Entstehen dieser Dokumentation am Schneidetisch und verfolgen aus der Rückblende auch die Ereignisse von Altamont und ihren Weg in die Katastrophe.


    Quelle: ARTE

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  • Seuit 1 Dez. 2009 wohl auf Blue Ray Disc



    und da gibts wohl Probleme, da criterion wohl keine Blue Ray Rechte zur Vermarktung haben, vielleicht sollte man sich das Teil schnell sichern.


    Quelle: http://www.dvdmaniacs.net/forums/showthread.php?p=746607 Ganz unten!


    Quote

    Rumor is that they do not have the Blu-ray rights. My guess is, that if this is true, it comes from the same issue that resulted in the loss of the rights for Ran. (That being Lionsgate's deal with Studio Canal.)


    Quote

    My guess was correct, Lionsgate has the rights to RAN and CONTEMPT and that is why Criterion had to cancel their Blu-rays and the DVDs went OOP (not, as the completely useless digitalbits would have you believe, because the Weinsteins wanted more money.)

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  • Zu Tode geschützt


    "Gimme Shelter" dokumentiert das legendäre Stones-Konzert in Altamount '69: Ein Mann wird von den Hells Angels erstochen und die Hippiebewegung verliert sich selbst


    Was habe ich gesehen?


    Gimme Shelter (1970), Laufzeit: 93 min.


    Warum habe ich es gesehen?


    Auf dem Plan stand The Sound of Music – das superkitschige Familienmusical um die Trapp-Familie und den Star unter den Au-Pair-Mädchen: Julie Andrews. Der Videodealer meines Vertrauens schaute mich entsetzt an, als ob ich vorgeschlagen hätte, seine Tochter auszuleihen. Um nicht mein Gesicht zu verlieren, griff ich schnell nach Gimme Shelter und versuchte, mein Fragen nach The Sound of Music als einen superionischen Witz darzustellen.


    Worum geht es?


    Um das Gratis-Konzert in Altamont 1969, das zum Menetekel der sich immer weiter von sich selbst entfernenden Hippie-Bewegung werden sollte. Intendiert war das „Woodstock des Westens “, 300.000 Hippies strömten am jenen 9. Dezember zur Altamont Rennbahn, 80 Kilometer östlich von San Francisco, um die vielleicht größte Band der damaligen Zeit zu sehen: die Rolling Stones. Es wurde kein zweites Woodstock, es wurde eine Tragödie. Am Ende des Konzerts waren vier Menschen tot und die Stones flohen in einem Helikopter von Altamont wie von einem Tatort.


    Was war passiert?


    Die Sicherheitsvorkehrungen waren unvorstellbar; auf Anraten der Grateful Dead hatten die Stones die Hells Angels als Security gebucht (angeblich erhielten sie als Lohn Freibier im wert von 500 Dollar). Weil es vor der Bühne keinerlei Absperrungen gab – in der vielleicht besten Szene des Films sehen wir sogar einen Hund an Mick Jagger vorbeilaufen – stellten die Hells Angels ihre Motorräder als eine Art Schutzwall vor der Bühne auf. Die Gang war schon nach kurzer Zeit alkoholisiert oder unter Drogeneinfluss. Mit abgesägten und durch Bleigewichte verstärkten Billardqueues prügelten sie auf die ebenfalls deutlich unter Drogen stehenden Zuschauer ein, sobald diese sich den Motorrädern näherten. Auch der Sänger von Jefferson Airplane, Marty Balin, wurde niedergeschlagen. Das ganze roch nach Alptraum lange bevor die Stones überhaupt auf der Bühne waren.


    Nach jedem Song musste der sichtlich verunsicherte Jagger abbrechen, weil es zu Massenschlägereien vor der Bühne kam. Er drohte damit, abzubrechen und spielte doch weiter. Wie das Orchester beim Untergang der Titanic. Die Gewalt mündete schließlich im Tod eines Jugendlichen. Während "Under My Thumb" rannte der mit Amphetamin vollgepumpte 18-jährige Meredith Hunter Richtung Bühne, in der Hand eine Schusswaffe. Sofort wird er vor den Augen der Band (und der Kamera) von einem Mitglied der Hells Angels, Alan Passaro, mit einem Messer niedergestochen und anschließend von anderen Angels zu Tode getreten. Wir sehen Hunters Leichnam, seine Freundin, den Täter (der später freigesprochen wird). Es starben noch drei weitere Menschen: Zwei bei einem Autounfall, ein dritter ertrank in einem Kanal.


    Was bleibt:
    Das Große an Gimme Shelter ist, dass er uns in wenigen Sekunden in eine andere Zeit versetzt. Die Sprache, die Kleidung, die Autos, die Musik, die Menschen, die Entrücktheit, dann die Gewalt – der Film ist ein ebenso verführerisches wie schockierendes Zeitdokument. Und es ist auch ein verflucht guter Dokumentarfilm. Ohne Erzählstimme, ohne nervige „Enthüllungen“, ohne Interviews, ohne moralisierende Schlüsse. Die Regisseure machen im Film einen kleinen Kunstgriff, indem sie Watts und Jagger dabei filmen wie sie die folgenden Szenen später im Schnittraum betrachten. Wir sehen also die Protagonisten beim Betrachten ihrer eigenen Katastrophe. Die Stones kommen nicht gut weg, die Fans auch nicht und auch die Angels nicht. Wer schuld war? Der Film gibt keine Antworten, er stellt genau genommen auch keine Fragen, er lässt uns einfach gemeinsam mit Watts und Jagger zusehen, wie die Katastrophe ihren Lauf nimmt.


    Wie waren die Stones?


    Großartig. Sie spielten wie junge Götter und sahen auch ungefähr so aus. Sie waren eine Hommage an die Androgynität, und der Kontrast zwischen ihnen und den Biersaufenden, bulligen Hells Angels ist ein Bild für die Ewigkeit. Genauso wie nichtssagenden, hilflose Kommentare von Jagger am Ende („Oh my God“, „It´s horrible“).


    Was sagt meine Frau?


    „Ziemliche uninteressante Geschichte, aber als Zeitdokument vielsagend: die Leute sind dreckig, ungewaschen, nicht intim rasiert, rauchen. Ein interessanter Kontrast also zu unserer sterilen Lifestyle-Zeit, in der häufiger nach Gesundheitsartikeln als nach Pornographie gegoogelt wird.“ (That´s my girl!)


    Was sehe ich als nächstes?


    The Sound of Music, vielleicht aber den wirklich wahren, bis heute verbotenen Stones-Film: Cocksucker Blues.
    [quelle]http://www.freitag.de/alltag/1102-zu-tode-geschuetzt[/quelle]

    Les Trois Tetons in Oberhausen - ich war dabei