Jaggers Soloalben

  • Ja das Best Of Album von Mick Jagger kann ich auch empfehlen. Ich habe mich selbst gewundert, dass ich es mag :)
    Die anderen Scheiben habe ich gekauft, 1 Mal gehört - gefiel mir nicht - ab ins Regal. Ich wollte sie haben um sie zu haben :schnuller

    You can`t always get what you want.16.08.90 GE; 20.06.95 K; 24.06.98 D; 13.06.03 OB; 23.07.06 K; 13.08.07 D; 29.11.12 L; 06.07.13 L; 19.06.14 D; 27.09.17 BCN; 30.06.18 S

  • Ja klar, im Nachhinein war der Solokram der Achtziger gut für die Stones. Aber das konnte man vorher ja nicht wissen.


    Mick Jagger wollte mal was anderes machen, wohin die Reise gehen sollte, wußte er selbst nicht genau. Einerseits wollte er im Popzirkus gegen die Neulinge Michael Jackson und Prince konkurrieren (ich bin doch noch kein Alteisen!), andererseits wollte nicht länger als Sexsymbol der Stones posieren (ich mache mich doch lächerlich, wenn ich das noch länger so mache!). Die Zusammenarbeit mit Keith & Ron war bestimmt nicht einfach, denn Zuverlässigkeit war den beiden Clowns völlig fremd. Da kam es 1983 wie gerufen, daß dieser eine Manager Walter Yetnikoff neben dem neuen Plattenvertrag für die Stones auch noch einen Vertrag für Soloplatten anbot. Geld nicht teilen müssen, Band aus Ja-Sagern anheuern, Popmusik und Videoclips machen, einfach modern wirken und weniger Streß haben. Kann ich verstehen.


    Ich kann aber auch Keith Richards verstehen, der die Stones als Lebensprojekt ansieht. Ich bin voll auf seiner Seite, wenn er sagt, er wäre einverstanden gewesen, wenn Mick wirklich neue musikalische Wege eingeschlagen hätte (ein Duett mit einer irischen Harfinisten oder irgendwas anderes, was keine Musik für die Massen ist). Dann war da noch die Geschichte um Dirty Work. Keith & Ron basteln monatelang daran rum, aber Jagger fehlt, weil er Werbung für sein She's The Boss machen will. Nach einem Jahr haben sie endlich 10 Songs zusammen und Mick sagt, er hätte kein Bock auf eine Tournee. Er wolle lieber was eigenes machen, spielte dann aber nur Stoneszeug auf seiner Soloreise. Das war eine ganz schwache Ausrede von Jagger, das war nur Geldmacherei. Japan war ein Markt, der für die Stones nicht offen stand, also hat Jagger ihn alleine bedient.


    Also standen 1988 die Zeichen auf Trennung. Die Jungs waren Mitte vierzig und keiner wollte in Rente gehen. Die Stones waren auf Eis gelegt und Keith war auf der Suche nach Beschäftigung. Ein Mal Jumpin' Jack Flash mit Aretha Franklin, ein Mal die Show für Chuck Berrys 60. Geburtstag... aber was dann? Notgedrungen also selbst ein Album gemacht, die Werbemaschine angeschmissen, eine Tournee gespielt. Dabei hat er bestimmt eine ganze Menge gelernt, damit dürfte er Jagger wohl auch beeindruckt haben. Schau an, der Kerl kann selbständig und zuverlässig arbeiten und nicht bloß cool rumsitzen, saufen und blöde Witze reißen.


    Alles in allem bin ich eher auf Keiths Seite. Die Stones sind eben keine x-beliebige Band. Er hat sie beschützt wie ein Löwe sein Junges, mit viel Gebrüll.


    Aber hier geht's ja um Jaggers Soloalben und was wir von ihnen halten. Auf She's The Boss und Primitive Cool kann ich verzichten. Dieser 80er Jahre-Klang mit Synthezisern, elektronischen Effekten und Echoeffekten gefällt mir einfach nicht. Wandering Spirit klingt am ehesten nach den Stones und gefällt mir saugut; die Platte ist rockig, fetzig, funkig, frisch, abwechslungsreich und gefühlvoll. Es ist die letzte Platte, auf der Jagger so kraftvoll guggelt, röhrt und singt. Goddess In The Doorway finde ich durchschnittlich. Und anstelle des Best-of-Albums hätte ich lieber die komplette Bluesmucke mit den Red Devils gehabt. Insgesamt kann ich bei Jaggers Platten keine natürliche Entwicklung feststellen. Es sind einzelne Projekte, die untereinander keinen Zusammenhang haben (gut, das kann man über die Stonesalben seit 1981 auch sagen). Die Leute, mit denen er gespielt hat, sind beliebig austauschbar.

    Les Trois Tetons in Oberhausen - ich war dabei

  • Also wie immer alles Ansichtssache.
    Das man auch mit nur einer Platte erfolgreich eine Solotour machen kann, hat ja Keef bewiesen.
    4 Stonesnummern hatte er 1988 im Programm, 3 davon, die er eh auf den Platten sinkt.
    Jagger gings damals auch sehr um die Kohle und sein Verhalten damals wird ja auch
    von unabhängigen Quellen/Biografen bestätigt.
    Es wäre nix dagegen zu sagen gewesen, wenn er wirklich sein SoloDing durchgezogen hätte.
    Nur hat er nicht, er hat den lukrativen Asien/Japanmarkt mit Stonesmucke bedient,
    u.a. hat er 2 Titel von Dirty Work gebracht (One Hit (zumindest geprobt) und Harlem Shuffle).
    Von 22 gespielten Titeln waren 14 Stonesnummern, bzw. 13, wenn wir den Roten Hahn
    als Bluesnummer abziehen. (bei Tokyo komme ich auf 16 von 26).
    Einen ähnlichen Egotrip hatte er ja auch schon zu LiveAid 1985 durchgezogen.


    Denke mal die Sichtweise von Keef ist hier die ehrlichere, Auch lt. Wyman war es damals
    so, das Mick seine Solosachen denen der Stones vorzug.
    Und Jeff beck ist damals ausgestiegen, weil er das Angebot finanziell von Mick als
    Beleidigung empfand.


    Gruß
    Michael


    P.S New Barabarians würde ich mal aussen vorlassen, geschichte und Hintergrund ist auch ein anderer.
    Im Großen und ganzen haben sie auf ihrer Tour in der Regel 4 Stonestitel gespielt, Rest waren Standarts
    und vorallem Woods Solosachen. Ausnahme sind die Konzerte von 22.04.1979, wo die Barbarians den ersten und
    die Stones den zweiten teil des Konzertes bestritten.


    Gruß
    Michael

  • Mich hat das Ganze derart aufgeregt und so verärgert, dass ich den Stones den Rücken gekehrt habe. Hab sogar einiges an Sachen bei einem Umzug damals entsorgt.


    Für mich wars ein Hahnenkampf. Mick haut ab, Keith lästert.


    Oh und noch was zur Verteidigung von Mick. Denn ich verstehe auch Keith.


    In den 70ern musste er einen kaum je nüchternen Keith mitziehen. Musste sich immer um alles kümmern, die Geschäfte etc. Und dann in den 80ern möchte Keith auch etwas mehr in den Vordergrund. Was ja musikalisch auch ok ist. Aber ich denke Mick hats manchmal auch abgelöscht mit Keith und seinen Verhaftungen, sich nicht um Zeugs sorgen, etc. Mick hatte vielleicht auch einen begründeten Frust und wollte sich abseilen. Es hatte wohl für Beide heilende Wirkung der ganze Streit.


    Ich bin auf keiner Seite in dieser Sache. Wir kennen da die Hintergründe schlicht zuwenig. Und Mick immer als der geldgeile Stones und Keith der wahrhaftige ehrliche Stone zu bezeichnen, halte ich für naiv. Wenn so wäre hätte Keith z.B. bei den Eintrittspreisen, den Overdubs, den .. bla bla einschreitten können. Aber der kümmert sich halt nicht wirklich. Mick macht das schon. Auf der Bühne bei der ABB hat er ihn auch mitgezogen. Grad als man ihm diese OP angemerkt hatte.


    Ok es geht um die Musik. Mir gefällt einiges sehr gut. Man muss einfach mal wieder die Platten hervorkramen, dann entdeckt man wieder was. Eins nach dem Anderen.


  • Muß mich jetzt auch mal kurz einschalten. Prinzipell geb ich Dir eigentlich recht in bezug auf die Sache mit dem Mitschleifen von Keith in den 70ern und das Mick den Laden zusammenhalten mußte, allerdings denk ich auch das er (Mick) eigentlich der Frontmann ist, der auch gern in der Öffentlichkeit steht - sei es mit seinen Frauen oder seiner Musik - und der diese Öffentlichkeit auch genießt. Ich denke Keith ist das ziemlich schnuppe, sicher will der auch Erfolg und hat gern gute Kritiken, aber ich glaube in erster Linie muß ihm die musik gefallen wobei mir Keith Live-Platten besser gefallen als die Studio-LP's - egal ob er mit irgendwelchen Bluesern auf der Bühne steht oder mit den Winos. Micks Soloscheiben sind zwar von der Bandbreite weit gefächert, aber so richtig gefällt mir auch nur die "Spirit" und mit Abstrichen "Goddess". :thumbup:
    Ich kenn natürlich auch keine näheren Hintergründe und seh das vielleicht auch bischen durch die Keith Brille, aber ähnliche Hahnenkämpfe gab's ja auch schon mal vor dem Rauswurf/Hinauskomplimentieren von Brian, da lief alles sicher auch nicht ganz astrein über die Bühne auch wenn man das eine mit dem anderen nicht unbedingt vergleichen sollte. Nur das da sich Mick und Keith einig waren. ;)


    Ähh, noch was am Rande, wo hast Du die Sachen entsorgt nach dem Umzug und was war das denn ? ;) :D :answer


    STONES FOREVER Nankering

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  • Ich habe für mich mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten ausmachen können zwischen Micks und Keiths Platten. Also: Nix mit Talk Is Cheap ist die beste Stones-Platte, die sie nie gemacht haben-Quatsch. Leider - und das ist meine ehrliche Meinung! - haben sie nach Steel Wheels verpasst, die Solokarrieren neben der band zu etablieren. Das war doch nichts ungewöhnliches! Phil Collins hat aus jeder Scheidung eine neue Platte gemacht... Die Band als solche war nicht in Frage gestellt, sondern es war klar, hier kann man etwas ausprobieren, das nicht auf der normalen Platte vorkommt, das die Fans aber verpassen würden, wenn sie nur die Band hören würden.
    Alles, was Du kannst, können wir besser! Siehe Miss You! Wenn die Band also nach Undercover of the Night nicht nur Riffrock machen will (und die Rock-Songs auf der LP sind sogar ziemlich schlapp, oder?).
    Natürlich kann man sich manchen Solosong besser von der Band vorstellen (Secrets auf Jaggers erster ist mein typischstes Beispiel, das wäre sogar ein Rockklassiker geworden), aber was gearde Jeff Beck an Sounds eingebracht hat, ist enorm. Ronnie hat ein paar wirklich schöne Songs abgeliefert: Ich bin mal so frei und sage ganz ehrlich schon aus damaliger Perspektive (denn auf Wandering Spirit finde ich die harten Sachen einfallslos): Slide On This ist meine liebste Soloplatte!: So viele gute Songs, mit so großer stilistischer Vielfalt? Bestimmt nicht von Keith, oder?
    Zurück zum Thema Jagger: Wenn die Stones Let's Work (so wie zuvor Undercover of the Night) rausgeknallt hätten, hätten auch die Kritiker alle gejubelt!!!

  • Nankering: Fast alles.. so die Merchandise Sachen. Starschnitt-Poster, Zeitungsartikel. Etc. etc. nicht alles, aber fast, mit ganz wenigen Ausnahmen.


    Und wegen Keith. Ich denke schon, dass er eine gewisse Eitelkeit besitzt. Doch.. sehr wohl. Nicht so wenig wie man denkt. Aber da bin ich vielleicht allein mit meiner Ansicht.


    JJHMick. Das stimmt. Eigentich haben sich Mick und Keith Solo nicht wirklich "entwickelt". Das Talk is Cheap Beispiel ist da der Klassiker. Das ist echt nicht so - für mich - dass das eine bessere Stonesplatte sein soll. Ich mag z.B. auch die Dirty Strangers, wo Ronnie federführend ist. Aber da ist es wohl auch Geschmackssache. Vermutlich hast du recht, dass eher Ronnie sich unabhängig gearbeitet hat.


    Bei Mick gefallen mir die Sachen, die eher funky sind. Eben z.B. Sweet Thing.


    Interessant was da jetzt alles so rauskommt bei dem thread.

  • Naja, das entscheidende ist, das sich beide wieder zusammengerauft haben. Ich halte die Steel Whells und auch die Voodoo Lounge für nicht
    schlecht. Und die Art wie die ABB eingespielt und produziert wurden ist, läßt auf eine neue gute Platte hoffen.
    Für mich die schlechtesten Tracks waren die 4 Stücke die für die Forty Licks aufgenommen wurden.
    Da fehlte irgendwie die Linie.
    Mal sehen wie´s weitergeht.


    Gruß
    Michael

  • gute oder schlechte alben von wem,hin oder her,ich finde bis auf tatto you und einige soloauftritte von keith(a.franklin,jerry lee),waren die 80er die mit grossen abstand schwächste phase der stones.solche titel wie just another night von jagger,wenn man ihm die in den siebzigern vorgespielt hätte,nach dem motto,diese songs singst du in einigen jahren,er hätte wohl sofort das mikrofon weggeworfen!!einfach nur dem aktuellen trend hinther gelaufen und das auch noch schlecht gemacht,dass hätte man doch von einem stone nie erwartet,auch nicht von jagger,der solosong memo from turner,dass ist erstklassig,die gesangsleistung,der ganze songaufbau,dass ist jagger,der die musik singt,der er selbst am liebsten mag,die ihm letztendlich dazu trieb selbst musik zu machen,diese alben--she,s the boss u.a sind genau das gegenteil davon!!


    BlueLena :klug