zitiert aus der Online-Ausgabe von Amazona.de vom 26.05.2025
Das Gear der besten Gitarristen der Welt: Keith Richards
Open-G-Tuning und Micawber: So rockt Keith Richards seit Jahrzehnten die Bühnen
25. Mai 2025
Keith Richards Desert Trip Live 2016 (Quelle: Raph_PH, Creative Commons Attribution 2.0 Generic, via Wikimedia Commons)
Keith Richards gehört ohne Zweifel zu den legendärsten Gitarristen der Welt. Sein Stil und sein Groove haben unzählige Musiker geprägt und er hat Musikgeschichte schrieben. Er ist ein Riff-Gitarrist und hat unzählige markante Gitarren-Parts geschrieben die nahezu jeder Gitarrist kennt. Insbesondere das Zusammenspiel mit anderen Gitarristen in seiner Band machen ihn zu einem ganz besonderen Musiker. Und auch für den Relic-Hype und das künstliche Aging von Gitarren ist er mit verantwortlich.
Inhaltsverzeichnis
- Keith Richards: Die ersten musikalischen Schritte
- Die Gitarren von Keith Richards
- Die Verstärker von Keith Richards
- Die Effektgeräte von Keith Richards
- Der Budget-Sound von Keith Richards
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Keith Richards: Die ersten musikalischen Schritte
Keith Richards wuchs in Dartford, nahe London auf und lernte schon zu Schulzeiten Mick Jagger kennen. Seine ersten musikalischen Erfolge feierte er im Knabenchor der Schule. Sein Großvater spielte Gitarre in einer Jazzband und die an der Wand hängende Gitarre faszinierte Keith. Zunächst lernte Keith klassische spanische Gitarrenmusik von seinem Großvater.
Als Keith zur Kunstschule ging, kaufte seine Mutter ihm seine erste, eigene Akustikgitarre, die er erst mit Pickups nachrüstete und kurze Zeit später bereits gegen seine erste elektrische Gitarre eintauschte. Es war vermutlich eine Höfner, ein damals sehr beliebtes Model. Zu dieser Zeit hörte Keith hauptsächlich Blues. Auf dem Heimweg von der Kunstschule traf er nach langer Zeit Mick Jagger wieder, der eine Bluesplatte bei sich trug und die beiden kamen ins Gespräch. Kurze Zeit später trat Keith der Band von Mick Jagger bei. Doch mit dieser Band traten sie nie auf. Die beiden Musiker gingen abends in Londoner Clubs und lernten dort Alexis Korner kennen, für den sie fortan hin und wieder spielten. Hier lernten sie auch Brian Jones und Ian Steward kennen und gründeten kurze Zeit später die Rolling Stones. Keith brach die Schule ab und zog mit den anderen Musikern zusammen in eine WG.
Zunächst coverte die Band nur Blues-Klassiker von Muddy Waters, Chuck Berry und anderen amerikanischen Blues-Legenden, bevor Keith und Mick anfingen, gemeinsam eigene Songs zu schreiben. Obwohl Keith auch eigene Soloprojekte verfolgte und sowohl bei Aufnahmen als auch Live befreundete Musiker unterstützte, bleibt er immer Gitarrist einer der größten Bands der Welt: den Rolling Stones.
Keith Richards hat sich von Chuck Berry inspirieren lassen und seinen eigenen Stil geprägt. Dieser ist sehr Rhythmus- und Lick-lastig. Schon früh entdeckte er die Open-Tunings der Bluesmusik für sich und baute sie in sein Gitarrenspiel ein. Das Gitarrenspiel mit vielen Sus4-Akkorden wird zu seinem unverkennbaren Markenzeichen.
Die Gitarren von Keith Richards
Zu Beginn seiner Karriere müssen seine Gitarren, wie bei vielen Musikern, hauptsächlich günstig sein. Die günstige Harmony Rocket oder eine Framus, aber auch eine Epiphone Casino sind daher seine erste Wahl. Seine erste teurere Gitarre ist eine Sunburst Gibson Les Paul mit Bigsby-Vibrato, eine 59er, um genau zu sein. Noch zu Brian Jones Zeiten wählte Richards aber auch exotische Gitarren wie die Acryl-Gitarre von Ampeg, passend zu den damals gespielten Ampeg-Verstärkern.
Für die ersten Aufnahmen mit den Rolling Stones in den frühen 60ern griff Richards auf eine semiakustische Harmony Meteor H70 zurück, mit der er auch bei frühen Auftritten live zu sehen war. Etwas später war er live mit einer Gibson Les Paul zu sehen, auf der er auch den Hit „Satisfaction“ geschrieben hatte.
Nach dem Tod von Brian Jones und dessen Ersatz in der Band durch Mick Taylor wechselte Richards zu einer Gibson Les Paul Junior mit Open-Tuning, um den Les Paul- und Marshall-Sound von Taylor zu ergänzen. Da sich Keith zu dieser Zeit für Country interessierte, bestückte er sein Arsenal mit ein paar Stratocaster Gitarren.
Als Ron Wood als Gitarrist bei den Rolling Stones einstieg und hauptsächlich Stratocaster spielte, griff Richards erneut zur Les Paul Standard beziehungsweise Les Paul Junior oder einer Fender Telecaster. Die beiden Gitarristen ergänzten sich perfekt und teilten sich die Riffs und Lead-Passagen auf. Es klang, als würde nur ein Gitarrist spielen, so perfekt war ihr Zusammenspiel. Keith ließ sich zu dieser Zeit auch Custom-Gitarren mit nur fünf Saiten anfertigen.
Keith Richards mit seiner Les Paul Junior beim Rolling Stones-Auftritt auf dem Desert Trip-Festival 2007 (Quelle: Raph_PH, CC BY 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/2.0>, via Wikimedia Commons)
Ende der 70er gehörte zu seinem Besteck eine Gibson Les Paul Junior, eine schwarze Fender Telecaster Custom und eine 58er Mary Kay Stratocaster. Während der experimentellen Hippie-Zeit griff Keith auch mal zu einer 12-saitigen Gitarre oder wieder zu einer semiakustischen, diesmal eine Guild M-65 Freshman.
Hauptsächlich verbindet man Keith Richards aber natürlich mit einer Fender Telecaster, die er Micawber getauft hat. Aber er hat im Laufe seiner Karriere natürlich zahlreiche Gitarren besessen und gespielt.
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Eigentlich gehören dazu fast alle Klassiker der 60er-Jahre und seine Sammlung soll laut eigener Aussage 3000 Gitarren umfassen. Die Butterscotch Blonde 1954 Fender Telecaster gehört zu seinen bevorzugten Live-Gitarren. Er bekam sie von Eric Clapton zum 27. Geburtstag geschenkt. Sie wurde mit einem Humbucker, der falsch herum montiert wurde, und Lap Steel-Pickup modifiziert. Zeitweise spielte Richards diese Tele mit nur fünf Saiten in einem Open-G-Tuning. Für verschiedene Songs spielt er sie mit einem Kapodaster. Eine von Richards auf den Namen Dice getaufte Gibson Les Paul TV Junior aus dem Jahr 1958 mit neuen Grover-Mechaniken und einer Badass-Bridge gehört ebenfalls seit langer Zeit zu seinen Lieblingen.
Keith Richards mit seiner Gibson ES. (Quelle: Raph_PH, CC BY 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/2.0>, via Wikimedia Commons)
In den 90er-Jahren spielte Richards eine Zeit lang eine Musicman Silhouette und inspiriert durch Ron Wood auch für kurze Zeit Zematis-Gitarren. Es gibt wohl kein klassisches E-Gitarrenmodell, das Richards während seiner langen Karriere nicht gespielt hat. Von einer Gibson Flying V über die Firebird, Epiphone Casino, Gibson SG, Vox Phantom bis hin zu diversen Stratocaster, Teles und auch Travis Bean-Gitarren war alles dabei.
Für Touren ließ sich Keith Richards schon früh von Fender ein paar“ Aged“-Gitarren anfertigen und stieß damit den Hype der Relic-Gitarren an.
Wenn Keith aktuell keine Tele spielt greift er meist zu einer Gibson ES. Eine schwarze ES-355 Mono in Schwarz mit Bigsby gehört unter anderem dazu. Er besitzt natürlich mehrere Gibson Les Paul Customs.
Die Verstärker von Keith Richards
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