ACTA: Die neue Gefahr fürs Netz - Petition gegen ACTA (und andere STASI 2.0 Methoden)

  • Da wäre ich vermutlich ein Opa gewesen


    Ach nö, ging so. Allerdings war die Generation so um die 20 klar in der Überzahl (zumindestens hier). Aber auch einige ältere als ich und ich würde sagen 2 Leute gingen auch als Silver-Surfer durch ;) .
    Hier war es natürlich recht bescheiden, allerdings hätte ich mit noch weniger Resonanz gerechnet (ca. 150 -200 Leute waren es etwa - bewacht von etwa 10 Polizisten in Uniform).
    Ich denke viele die beim Sammelplatz so am Rande standen wären vielleicht auch mitgegangen, aber so ein Demo-ungeübter "Normalbürger" wird vielleicht auch schon von 10 Polizisten abgeschreckt, dazu noch diese teilweise vermummten Jugendlichen mit den Vendetta-Masken ;)
    Trotzdem es war ein relativ lautstarker Protestzug bei uns und deutschlandweit ja wohl recht erfolgreich, wie ich der Tagesschau entnehmen konnte, mal schauen obs was gebracht hat bzw. bringt :think


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  • Du warst demonstrieren?
    Geil, da verneige ich mich vor, RESPEKT :!:


    Zu den Vendetta Masken (oder auch Guy-Fawkes-Maske) Masken: http://de.wikipedia.org/wiki/Guy_Fawkes )


    Quote

    "Die von Lloyd konstruierte Guy-Fawkes-Maske wurde später Symbol des Internetkollektivs Anonymous und der Occupy-Wall-Street-Bewegung."


    Kurios ist im Bezug auf die Masken, dass ausgerechnet die Time Warner Group an diesen Masken verdient!
    -> http://derstandard.at/13130254…mous-Maske-Geld-scheffelt

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  • In Osnabrück wurde auch demonstriert. 1500 Leute kamen, alles lief friedlich und die Polizei versuchte zu helfen wo es ging (ein Mann mußte wegen Herzversagens wiederbelebt werden und die Lautsprechertechnik funktionierte nicht). Siehe Zeitungsartikel der NOZ.


    Zur ACTA-Idee an sich: Ich habe mich jetzt erst eingelesen. Die Verhandlungen dauerten drei Jahre und fanden unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Das gefällt mir nicht. Ein öffentlicher Diskurs wäre mehr als angebracht gewesen, damit nicht der Verdacht aufkommt, die elektronische Unterhaltungsindustrie würde klammheimlich den Politikern neue Regeln ins Heft diktieren. Jetzt ist der Gesetzesentwurf schon von der EU und vielen weiteren Staaten (u.a. USA, Kanada, Japan sowie zahlreiche europäische Staaten) beschlossen worden. Sobald die EU sowas macht, muß das Gesetz noch in den jeweiligen Mitgliedsstaatsparlamenten ratifiziert (formuliert und befürwortet) werden. Jetzt ist also zeitlich schon höchste Achterbahn. Gegner von ACTA können sich glücklich schätzen, daß wenigstens jetzt ein bißchen Gegenwind aufkommt. Ratifiziert wurde es noch von keinem EU-Mitglied, und ein halbes Dutzend Staaten wollen dies vorerst auch nicht tun.


    Wundern tut mich der Zeitpunkt der ganzen Aktion. Ich dachte, die Plattenbranche hätte jetzt die Internetwelt begriffen und legale Online-Beschaffungsmethoden gegen Bezahlung geschaffen, die angenommen werden und Geld bringen. Das macht illegales Herunterladen nicht besser, aber zumindest fällt der größte finanzielle Druck für die Konzerne weg. Sie müssen deswegen keinen Bankrott mehr fürchten.


    Anscheinend ist der ACTA-Gesetzesentwurf so vage formuliert, daß die Provider dazu gedrängt werden, nicht nur ihren gesamten Inhalt zu überwachen, sondern auch prophylaktisch mehr zu zensieren/löschen als nötig wäre, um bloß nicht zur Rechenschaft gezogen zu werden. Das finde ich auch nicht gut. Für die Festlegung zwischen erlaubt und verboten ist der Gesetzgeber zuständig (und zwar unabhängig, nicht als Erfüllungsgehilfe einzelner Gruppen). Für die Einhaltung dieser Regeln ist die Exekutive zuständig, allgemein Polizei genannt. Für die Bestrafung von Regelverstößen ist die Rechtsprechung zuständig. Fortan sollen die Provider weitreichende Polizei- und Gerichtsaufgaben erfüllen? Die Gewaltenteilung soll aufgeweicht werden? Nö, das finde ich nicht gut.


    Und wenn mal ein Fuß in der Tür ist, sind weitere Schritte nicht mehr fern. Oft tritt ein Gewöhnungseffekt ein. Groß war der Aufschrei um den Großen Lauschangriff 1996, inzwischen wird die jährliche Verlängerung der Antiterrorgesetze nur noch beiläufig durchgewunken. Groß war der Aufschrei um Google StreetViews Kamerawagen, inzwischen kräht kein Hahn danach, wenn Microsoft das gleiche für seinen Konkurrenzdienst macht. Groß war der Aufschrei, als die ersten Bahnhofsplätze videoüberwacht wurden. Inzwischen gibt es tausende Videokameras in den Städten. In Dresden und Berlin wurden sogar pauschale Handyortungen von hunderttausenden Demonstranten und Unbeteiligten durchgeführt. Google scannt jede Suchanfrage und jede Post über GoogleMail nach Suchbegriffen, um die Spamwerbung besser an die Zielgruppen orientieren zu können. Banken benutzen die Postleitzahl als ein Kriterium für die Kreditwürdigkeit. Zahlreiche Konzerne (Bahn, Post, Telekom, Schlecker, Lidl...) haben ihre Mitarbeiter bespitzelt. Bei Kik konnte man entlassen werden, wenn man in Geldnöte kam; der Mitarbeiter könnte ja so zu einem Dieb werden. Die politische und wirtschaftliche Überwachung nimmt langsam Überhand.


    Sich um das Urheberrecht Gedanken machen: Gut. Produktfälschungen bekämpfen: Gut. ACTA schafft das eine nicht und schießt beim anderen weit über das Ziel hinaus: Schlecht.


    Auf ein weiteres Problem haben wir allerdings überhaupt keinen Einfluß. Nämlich Amerika. Falls die dort ACTA-ähnliche Abkommen (SOPA) durchsetzen, dann sind wir als Wikipedia- und Facebooknutzer davon bestroffen. Vorerst ruht das Vorhaben, glaube ich.

    Les Trois Tetons in Oberhausen - ich war dabei

  • Yep Pokalheld, das ist (wie eigentlich immer von Dir) eine gute Zusammenfassung um was es geht und wie der Stand derzeit ist. :thumbup:
    Ich denke die meisten auf den Demos sind auch gegen die Produktpiraterie ala China in denen es um Wirtschaftsgüter oder ähnliches geht. Wenn allerdings, um diese Misstände zu beseitigen, das komplette Internet und deren User schon vorsorglich als potentielle Verbrecher auspioniert werden sollen, hört das Verständnis auf.


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  • Sehr guter Artikel Pokalheld!


    Meiner Meinung nach muss man ganz woanders ansetzen, was Produktkopien und den Schutz des geistigen Eigentums etc. betrifft, außerdem muss man auch die Konsequenzen Regelung in der Verhältnismässigkeit regeln. Es kann nicht angehen, dass ein privater nicht kommerzieller Webseiten Betreiber mit tausenden von Euros abgemahnt wird, weil er eine mp3 Datei im Hintergrund laufen hat oder ein Bild verwendet, dass er nicht selber gemacht hat, dass fügt meines Erachtens niemanden Schaden zu. Auch, um hier im Forum zu bleiben, Bilder, Artikel etc. die wir hier zusammentragen, damit klauen wir niemanden was, uns droht aber allein beim Nutzen der Stoneszunge eine drastische Strafe.


    Wundern tut mich der Zeitpunkt der ganzen Aktion. Ich dachte, die Plattenbranche hätte jetzt die Internetwelt begriffen und legale Online-Beschaffungsmethoden gegen Bezahlung geschaffen, die angenommen werden und Geld bringen. Das macht illegales Herunterladen nicht besser, aber zumindest fällt der größte finanzielle Druck für die Konzerne weg. Sie müssen deswegen keinen Bankrott mehr fürchten.


    Wenn die Musik- oder Filmindistrie nur ein wenig über Ihren Tellerrand hinausschauen würde, dann würden sich sich das Projekt Megaupload mal genauer anschauen, wie man mit Film & Musikflatrates Geld verdienen kann (könnte).


    Wie verbohrt, altmodisch und ohne Kenntnisse über die digitalen Medien unsere Regierungspartei CDU/CSU ist, zeigt dieser Artikel: http://www.op-online.de/nachri…terzeichnung-1599066.html


    Quote

    Bosbach verteidigt internationale Vereinbarung


    Der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach stellte sich ebenfalls hinter das Abkommen. “Was im realen Leben verboten ist - das Kopieren fremden geistigen Eigentums - muss auch im virtuellen Leben verboten sein“, sagte Bosbach der “Rheinischen Post“ (Montagausgabe). Es gehe um eine “grundsätzliche Weichenstellung“, wie die Urheberrechte im Netz künftig geschützt werden könnten. “Die Acta-Kritiker müssten sagen, wie sie das sicherstellen wollen“, forderte der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses.


    Im realen Leben konnte man auch kopieren und wurde nicht gleich überwacht!


    Auch was Produktfälschungen betrifft, die gabs auch schon vor "China Zeiten", in den 80er Jahren konnte man in Spanien und in der Türkei massig kaufen, hat kein Hahn nach gekräht.


    Meiner Meinung nach muss auch da kein Verbot her, sondern schlichtweg eine Deklaration, ein Schild, dass darauf hinweist, dass dieses Produkt minderwertiger ist als das Original, dazu Hinweis auf das Originalprodukt, den Rest sollte man dem Verbraucher überlassen. Einfach mal einen Weg zwischen schwarz und weiß suchen.



    ICH FRAGE MICH VOR ALLEM, WO IST BEI ACTA DIE DEMOKRATIE???
    ACTA ist aber längst nicht vom Tisch, der Protest muss weitergehen, denn im Grunde ist eine deutsche Unterschrift unerheblich, wenn eine Mehrzahl anderer Länder unterschreibt, denn dann wird sich Deutschland dem EU Recht beugen müssen.

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  • Verfasst am: 5 April 2012
    Jetzt gerade versucht der US-Kongress heimlich ein neues Gesetz zu verabschieden, das das Ausspionieren des gesamten Netzes erlauben würde -- und sie hoffen, dass die Welt es nicht merkt! Wir haben schon einmal geholfen, ihre Netz-Attacke zu vereiteln, tun wir’s nochmal.


    Mehr als 100 Kongressabgeordnete unterstützen einen Gesetzesentwurf (CISPA), der Unternehmen und der US-Regierung das Recht geben würde, jeden von uns so lange sie wollen und ohne richterliche Anordnung auszuspionieren. Zum dritten Mal versucht der US-Kongress, unsere Internet-Freiheit anzugreifen. Doch wir halfen, SOPA und PIPA zu stoppen -- und jetzt können wir dieses neue Schnüffelgesetz im Keim ersticken.


    Unsere weltweite Welle des Protests spielte eine wichtige Rolle beim Schutz des Internets vor Regierungen, die gern alles, was wir online tun, überwachen und kontrollieren würden. Gemeinsam können wir dieses Gesetz für immer begraben. Unterzeichnen Sie die Petition und erzählen Sie allen Internetnutzern, die sie kennen, davon.


    Neue Petition -> http://www.avaaz.org/de/stop_cispa/?cl=1706722371&v=13510

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  • Das Acta-Abkommen wird zu den Akten gelegt


    Im EU-Parlament fehlt die Mehrheit für das umstrittene Acta-Abkommen. Auch immer mehr Konservative sind dagegen.

    Schaut ja so aus als wenn die Proteste was gebracht haben. Zu sicher darf man sich natürlich nach wie vor nicht sein, denn irgendwas werden sich die Verantwortlichen sicher noch einfallen lassen um mit den USA und Japan zu einer Einigung zu kommen. Aber erstmal wird das umstrittene Abkommen in der vorliegenden Form zu den Akten gelegt.
    :thumbsup:


    Quelle : Augsburger Allgemeine


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  • ACTA ist kein Thema mehr (erstrmal) dafür aber das neue CISPA, das von den USA aus geht.


    Aktuell auch wieder Thema: Vorratsdatenspeicherung:


    Wie umfangreich wird die Vorratsdatenspeicherung?
    Justiz- und Innenministerium ringen um Vorratsdaten. Doch worum geht es dabei eigentlich? Hier die strittigen Punkte des Gesetzentwurfes, der ZEIT ONLINE vorliegt.
    :arrowright: http://www.zeit.de/digital/dat…orratsdaten-gesetzentwurf


    EU-Staaten streben grundrechtsschonende Vorratsdatenspeicherung an (jaja, is klar...)
    :arrowright: http://www.heise.de/newsticker…eicherung-an-1542568.html

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  • Seht Ihr, ACTA brauchs doch gar nicht: http://www.sueddeutsche.de/b5u…Musik-Clips-loeschen.html die kriegen das Internet auch alleine klein.


    Wenn das Urteil rechtskräftig ist, hat das weitreichende Folgen für alle Internetseiten und vor allem für Plattformen, auch für uns hier, keine Fotos, die wir nicht selber gemacht haben, keine Videos und keine Texte mehr, die wir nicht selber geschrieben haben, denn dafür haften ab jetzt wir!



    Geile Aktion nach dem Urteil: http://www.focus.de/digital/in…gema-lahm_aid_740726.html

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